Neue Geschäftsmodelle durch Industrie 4.0

Inhalt

Sachstand und heutige Aktivitäten

  • Durchgehende Digitalisierung
  • Implementierung neuer Geschftsmodelle
  • Neue Geschäftsfelder
  • Initiativen

Besondere Herausforderungen für den Mittelstand

  • Veränderte Kunden/Anbieter-Konstellationen
  • Individualisierte Produkte

Maßnahmen

  • Neue Gestaltungsoptionen brauchen veränderte Rahmenbedingungen
  • Risikokapital bereitstellen

Sachstand und heutige Aktivitäten

Digitalisierung

Klassische Wertschöpfungsketten zeichnen sich durch klar definierte Grenzen zwischen unternehmensinternen und -externen Bereichen aus. Kürzere Produktzyklen, kleinere Losgrößen und eine verstärkt individualisierte Produktion erfordern ein effizientes und schnelles Zusammenarbeiten innerhalb und zwischen den Unternehmen. Dies gelingt nur über eine durchgehende Digitalisierung der horizontalen und vertikalen Wertschöpfungskette. Damit erleichtert Industrie 4.0 den Dialog und Austausch von Daten zwischen den einzelnen externen und internen Bereichen. Im Zuge dessen ist theoretisch ein Auslagern fast aller Geschäftsprozesse möglich, was zu einer Verschiebung der klassischen Unternehmensgrenzen führt.

Implementierung neuer Geschäftsmodelle

Die damit einhergehenden disruptiven Veränderungen erfordern eine hohe Innovationskraft von Seiten der etablierten Unternehmen zum Beispiel durch die Implementierung neuer Geschäftsmodelle, an die ein hoher Anspruch gestellt wird: Sie sollten sowohl Kooperation wie auch Wettbewerb zulassen und in der Lage sein, die Wertschöpfung, auch aus Sicht etablierter Unternehmen, “fair” zuzuteilen.

Neue Geschäftsfelder

Gleichzeitig eröffnen sich Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder, insbesondere in den Bereichen IT, Logistik und Produktion. Hier ist künftig die Beherrschung eines umfänglichen und effizienten Datenmanagements ein wesentlicher Faktor für den Markterfolg. Gerade in vernetzten Systemen sind die Verfügbarkeit (i.d.R. dezentral) vorliegender Daten, deren Zusammenführung und Auswertbarkeit in Echtzeit ausschlaggebend für Geschäftsprozesse und -modelle. Profiteur ist, wer ein Master of Data ist oder den garantierten Zugang zu (strategischen) Daten hat und damit die Möglichkeiten besitzt, die Daten zu monetarisieren. Die Veränderungen bieten umfassende Chancen – beispielsweise für junge (IKT-) Unternehmen – doch gleichzeitig sind sie, gerade für den Mittelstand, auch mit umfassenden Herausforderungen verbunden.

Vielfältige Initiativen

Initiativen wie die Plattform Industrie 4.0 (inkl. des Vorhabens Industrial Data Space), die gegenwärtig eine neue Struktur und Governance erhält, sowie die Technologieprogramme des BMWi wie Autonomik, Smart Data und Smart Services beinhalten Maßnahmen zur horizontalen Integration. Hier spielen insbesondere die Themen Referenzarchitektur, Interoperabilität auf Basis von Standards und Vertrauensmodelle (inkl. IT-Sicherheit) zu Kooperationen eine zentrale Rolle. Allerdings ist abzuwägen, ob hier nicht auch Geschwindigkeit vor 100%iger Gründlichkeit stehen müsste.

Besondere Herausforderungen für den Mittelstand

Neue Kunden-/Anbieter-Konstellationen

Durch die horizontale Integration der Wertschöpfungskette ergeben sich umfassende Veränderungen in bestehenden Kunden-/Anbieter-Konstellationen. Themen wie zum Beispiel Produktlebenszyklusverfolgung, Open-Innovation, individualisierte Produktion und Internet-basierte Serviceleistungen werden zunehmend wichtiger. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen in der Kommunikation nach außen, da die Zufriedenheit der Kunden noch mehr als bisher an Bedeutung gewinnen wird.

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Über den Autor

Alfons Botthof, Dr. Leo Wangler, VDI/VDE Innovaton + Technik, Bereich Wirtschaft und Gesellschaft