Zukunftsmanagement und Art

Inhalt

All the World’s Futures

  • Was macht die Kunst (anders)?
  • Kunst findet die Zukunft im Gestern und Heute

Erkennen

  • Moon Kyungwon & Jeon Joonho: Zukunft sehen
  • Kutlug Ataman: Austauschbarkeit und Identität
  • Joan Jonas, USA: Märchen und Mythen schaffen
  • Wangechi Mutu: Afrikanisches Schönsein

Bewerten, was (keinen) Sinn macht

  • Olaf Nicolai: Fabrik neu gedacht
  • Okwui Enwezor: Das Kapital von Karl Marx im Hier und Jetzt
  • Céleste Borsier-Mougenot: Bäumen das Laufen lernen
  • Herman de Vries: Entschleunigung und Aufmerksamkeit
  • Simon Denny: Five Eyes, die Gefahr der Digitalisierung
  • Christoph Büchel: Allah und Jesus

Gestalten, was Zukunft hat

  • Katharina Grosse: Aus Ruinen blühendes Leben schaffen
  • Hito Steyerl: Factory of the sun
  • Hans Haacke: Inszenierung von Vielfalt mit blauem Tuch
  • Jeremy Deller: Verschmelzung von Arbeit und Humor
  • Fiona Hall: Eigene Welten schaffen
  • Chiharu Shiota: Den/die richtigen Schlüssel finden

All the World’s Futures

Was macht die Kunst (anders)?

Dinge anders denken

„Kunst kann auf andere Weise die Dinge denken und sagen als es die Medien tun und als es die Politik tun kann“, so Florian Ebner, der Kurator des deutschen Pavillons, in einem Interview mit dem ZUKUNFTSMONITOR bei der Eröffnung der 56. Biennale in Venedig. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass sich Zukunftsmanager und Trendforscher in der Kunst umschauen.

Auf die Frage von Ute Thon (art-Magazin), ob „Künstler auf die Ereignisse und auf die Zukunft der Welt Einfluss nehmen können“, sagte Okwui Enwezor, Kurator der vorigen Biennale und von Hauptberuf Leiter des ‚Haus der Kunst‘ in München: „Art is a garanty of sanity“ „Ich bin nicht sicher, ob Künstler Weltereignisse ändern können, aber ich glaube fest daran, dass sie ebenso wie Schriftsteller, Philosophen und Politiker teilhaben an den Ereignissen und die Art und Weise formen, wie wir darüber denken“.

Enwezor zitiert Louise Bourgeois: „Art is a garanty of sanity“ und sagt, „das ist ein wichtiger Satz, denn er beschreibt die Macht der Kunst und die Courage des Künstlers, an gefährlichen Orten und in gefährlichen Zeiten zu arbeiten.“

Beschäftigung mit fragiler Welt

Enwezor ist sich der fragilen Lage unserer Welt bewusst. Die Biennale spiegelt sie wieder, reflektiert sie, macht die Konflikte sichtbar und auch die häufige Sinnlosigkeit des menschlichen Handelns in der Gegenwart. Dies ist eine der ganz großen Aufgaben, die Kunst schon immer hatte und auf ihre Weise wahrnimmt. Heute in der Zeit nach 9/11, der Flüchtlingsproblematik, der Wirtschafts- und Währungskrisen, der religiös motivierten Greueltaten des IS, der Taliban und vieler anderer und der Ausbeutung der Ärmsten der Armen im kapitalistischen Wirtschaftsprozess ist die Kunst mehr denn je gefordert.

Künstler können nun einmal schonungslos auf Missstände aufmerksam machen, sensibel die Trostlosigkeit und Ausweglosigkeit aufzeigen, wie es Wangechi Mutu im Video mit der Wanderung einer lastentragenden Afrikanerin durch die Wüste zum unvermeidlichen Abgrund und zum Ende tut. Kunst kann aufrütteln und dadurch das Denken der Menschen ändern, die davon berührt werden. Wer den Film in Gänze gesehen hat, was dringend angeraten ist, wird sein Denken und Handeln ändern und seine Zukunft überdenken. Doch kann die Kunst auch mithelfen, die Zukunft zu gestalten?

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Über den Autor

Dr. Peter Braun, Kognos Verlag, Herausgeber Zukunftsmonitor