Error – the Art of Imperfection

Mit dem Konzert von Maki Namekawa und Dennis Russell Davies ging am 10. September die Ars Electronica 2018 zu Ende und hat mit mehr als 105.000 Besuchern eine neue Bestmarke verzeichnen können. „Piano Music meets Digital Images“ war der 614. und letzte Programmpunkt, des bislang umfangreichsten Festivals in der Geschichte von Ars Electronica.

>>> Vielzahl von Ideen (Video)

„1.357 KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, TechnologInnen, UnternehmerInnen und AktivistInnen aus 54 Ländern haben an dieser Festivalausgabe mitgewirkt“, so Gerfried Stocker und Christine Schöpf vom Künstlerischen Direktorium des Festivals: „Dass wir diese unglaubliche Vielzahl von Ideen, Visionen, Kunstwerken, Soundprojekten, Konzerten, Prototypen und Produkten in Linz präsentieren konnten, verdanken wir wiederum 396 Kooperationspartnern aus aller Welt.“

Kunst, Technologie und Gesellschaft

Das Faszinosum an diesem Festival war das geglückte Zusammenspiel von Kunst, Technologie und Gesellschaft, aber auch der Mut der Initiatoren ein ganz ungewöhnliches Thema in vielfältiger Weise zu bespielen: Error, the Art of Imperfection. Denn es gibt mehr Fragen als Antworten.

 Hierzu Gerfried Stocker: „Was auf den ersten Blick eher befremdend wirkt, macht Sinn, wenn man die momentane öffentliche Stimmung und Meinung betrachtet. Es dominiert der Eindruck, dass etwas mit dem 21. Jahrhundert und unserem Traum von der digitalen Revolution und einer offenen digitalen Gesellschaft schiefgelaufen ist. Millionen Menschen fühlen sich aus gutem Grund bedroht, sie machen sich Sorgen um ihre Datenhohheit, um ihre Privatsphäre.

Fälschungen und Fakes

 Weiters sehen wir uns mit einer noch nie dagewesenen Präsenz von Fälschung, Täuschung, Fake und mit Populismus konfrontiert, der über alle Nationalgrenzen hinweg die öffentliche Meinung oder politische Entscheidungen beeinflusst.

Ängste entstehen

Darüberhinaus verspüren viele Menschen die Angst, dass sie angesichts der rasanten Dynamik der technologischen Entwicklung auf der Strecke bleiben. Hier existiert ein Error ja in einer wunderbaren Doppeldeutigkeit. Welchem Irrtum sind wir aufgesessen? Was ist die Ursache dieser Fehlentwicklung? Und brauchen wir nicht dringend etwas wie die viel zitierte Fehlerkultur und eine ausgeprägte Risikobereitschaft? Das eine wie das andere bildet die Voraussetzung, um andere Lösungen und neue Weg überhaupt denken und beschreiten zu können.“

Sind wir Irrtümern aufgesessen?

Und Stocker weiter: „Genau das ist ein ganz spannender Aspekt, wenn man sich mit dem Thema Error beschäftigt. Error ist eben nicht der Fehler, sondern die Abweichug von dem, was wir erwartet haben. Error ist die Enttäuschung, aber auch der Freiraum, der Spielraum, der entsteht, wenn wir es uns erlauben von der Norm abzuweichen, wenn wir es uns erlauben, uns selbst infrage zu stellen. Denn wer definert eigentlch unsere Normen? Was ist der Grund, dass wir bestimmte Vorstellungen oder Parameter als Diktat einfach akzeptieren? Und wie können wir in unserer Gesellschaft jene Freiräume etablieren, die wir brauchen, um Neues zu denken? Das ist ein ganz entscheidender Punkt, an dem Kunst auf Technologie trifft.“

Siehe hierzu …

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