Siemens und Daimler nicht auf Nachhaltigkeitskurs

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte kein glückliches Händchen, als er Luise Neubauer von Fridays for Future Deutschland einen Aufsichtsratposten anbot. Er dachte wohl die junge Frau wäre naiv, dabei hätte er wissen müssen, dass FFF und ihre Repräsentanten clever und sachlich orientiert sind. Geld und Status interessiert dabei nicht. Mal sehen, ob Neubauers Vorschlag ernst genommen wird, ein Mitglied von Science for Future zu benennen. Jedenfalls enttäuschte er die Öffentlichkeit, weil er doch am indischen Kohlebergbau-Projekt festhielt. Die Freude der Aktionäre wird wohl nur von kurzer Dauer sein. Doch auch sie spüren, dass gesellschaftliche Verantwortung höher einzustufen ist als eine hohe Dividende.

Auch der Daimler-Vorsitzende Ola Källenius hat sich ins Abseits begeben. Sein Widersacher ist der 79-jährige ehemalige Chefredakteur von „Spiegel“ und „Manager Magazin“ Wolfgang Kaden. Der knöpft sich den neuen Geländewagen GLS vor, der mit über fünf Meter Länge, bis zu 489 PS und fast zweieinhalb Tonnen Gewicht besonders wuchtig ausfiel: „Ein Auto wie eine Kriegserklärung“, schreibt Kaden in einem Beitrag für die „Welt“.  Und Gabor Steingart zitiert dessen Frontalangriff in seinem Morning Briefing:
“Denken Sie überhaupt? Oder leben Sie abgekapselt von ihrem gesellschaftlichen und ökologischem Umfeld in Ihrer eigenen automobilen Parallelwelt?” Dem ist nichts hinzuzufügen.

Weitersagen:
Über den Autor

Dr. Peter Braun, Herausgeber

Dr. Peter Braun ist auch Leiter des Kognos Instituts, das sich mit der Trend- und Zukunftsforschung und dem Zukunftsmanagement beschäftigt.