Systemlösung für das Software-definierte Auto

Das Fahrzeug der Zukunft mit seiner hochgradigen Vernetzung und Automatisierung wird durch die Funktionen der in ihm eingesetzten Software definiert sein. Ein „Software-definiertes Auto“ ist aber viel mehr als ein „Smartphone auf Rädern“, auch wenn die Bedienung des Fahrzeugs zunehmend der eines Smartphones ähnelt. Der Unterschied liegt in Art und Anzahl der Hardware-Systeme, die durch eine Software-Plattform intelligent miteinander verbunden werden müssen, um den Menschen komfortabel und sicher zu befördern. In einer Vorschau auf die CES 2021 präsentierte ZF seine neue Middleware. Diese offene Software-Plattform ist ein „Vermittler“ zwischen dem Betriebssystem eines Fahrzeugrechners und seinen Software-Anwendungen. Schlüsselfunktionen der Middleware sind die Abstraktion der Computer-Hardware von Software-Anwendungen und die Kommunikation zwischen diesen Anwendungen.

Der Anspruch

Die neue ZF-Middleware erhebt den Anspruch von ZF, einer der weltweit führenden Systemlieferanten für das Software-definierte Auto der Zukunft zu sein. Die Kunden von ZF profitieren dadurch von beschleunigten Entwicklungsprozessen und deutlich reduzierter Komplexität bei der Integration von Hard- und Software. Während der gesamten Lebenszeit des Fahrzeugs können Funktionen aktualisiert oder zusätzlich auf Abruf angeboten werden.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 2020-12-15_PI_ZF_Pre-CES2021_02a_Middleware-1024x536.jpg

Als „Mediator“ ermöglicht die ZF-Middleware eine effiziente Kommunikation von Software-Funktionen zu Hardware-Komponenten. Sie bietet Unabhängigkeit und Kompatibilität, um Fahrzeugplattformen zukunftssicher zu machen.

Als umfassende Software-Plattform wird die ZF-Middleware ab 2024 in Serienfahrzeugen verfügbar sein. Ihre Entwicklung ist eng mit der Entwicklung von Anwendungssoftware für Technologiefelder wie automatisiertes Fahren, integrierte Sicherheit, Vehicle Motion Control und Elektromobilität verbunden.

Fahrzeugkomponenten kommunizieren miteinander.

Seit in den 1970er Jahren die ersten elektronischen Steuergeräte (ECUs) in Autos eingebaut wurden, ermöglichen es Bits und Bytes, dass Fahrzeugkomponenten miteinander kommunizieren. Heute können Fahrzeuge rund 100 verschiedene Steuergeräte haben. Jedes von ihnen enthält seine eigene Software. In neuen und zukünftigen Fahrzeugplattformen wird sich die elektrische und elektronische Architektur (E/E-Architektur) drastisch verändern. Software-Funktionen werden künftig verstärkt auf einem zentralen System mit wenigen Domain Control Units (DCUs), z. B. für automatisierte Fahrfunktionen, laufen statt auf vielen dezentralen Steuergeräten. All diese Software-Anwendungen profitieren von einer nahtlos integrierten Middleware, die die Systemintegration sicherstellt.

Middleware reduziert die Komplexität bei der Systemintegration

Als Bindeglied zu den Software-Anwendungen und den Hardware-Komponenten eines Fahrzeugs muss nur die Middleware mit dem Betriebssystem verbunden werden. Dieser Ansatz minimiert die Schnittstellen, garantiert eine schnelle Kommunikation mit allen Teilen des Systems und kann dazu beitragen, die Komplexität der Systemintegration für den Fahrzeughersteller deutlich zu reduzieren.

Als Premiumkunde können Sie den gesamten Artikel/Zukunftsmonitor lesen > .

Noch kein Premiumkunde? > Dann bitte registrieren
Weitersagen:
Über den Autor

Dr. Dirk Walliser, Senior Vice President Research & Development, Innovation & Technology bei ZF Friedrichshafen | ZM-Redaktion