20. Jan 2017

von Dr. Mathias Weber, Bitkom e.V. u.a.

Unternehmensrating, Digitalisierung, Future Advisory

Kognitive Maschinen / Cognitive Computing

In wenigen Jahren werden Menschen bei der Bewältigung vieler physischer und geistiger Arbeiten zunehmend von intelligenten Assistenzsystemen unterstützt. Die Durchbrüche in mehreren wissenschaftlichen Disziplinen in den letzten fünf Jahren führten zu dem, was heute unter dem Begriff „Cognitive Computing“ firmiert. Synonyme dafür bilden „Smart Machines“ oder „intelligente Maschinen“. Ein Leitfaden, den die Bitkom erstellt hat, beschreibt einen neu entstehenden riesigen Milliardenmarkt.

Cognitive Computing ist der Oberbegriff für die Gesamtheit aller IT-Infrastrukturen, Technologien, Softwarelösungen und Algorithmen, aus denen die „Cognitive Systems“ zusammengesetzt werden, um „Cognitive Services“ zu erbringen. Zu den Kernmerkmalen kognitiver Systeme zählen Lernfähigkeit bei verändertem Umfeld  (Adaptivität), komfortable Interaktion mit Nutzern (Interaktivität), Dialogfähigkeit zum Präzisieren von Zielen und Problemen (Iterativität) sowie das Verständnis für die reale und virtuelle Umgebung einer Situation (Kontextualität).

Intelligente Maschinen erscheinen in vielfältiger Form: Rat- und Auskunftgeber, Produktions- und Dienst-Roboter, autonome Fluggeräte. Sie unterstützen bei medizinischer Diagnostik und Therapie, Kranken- und Seniorenpflege, Produktion, (teil)automatisiertem Betrieb von Fahrzeugen, Sicherheit, im Kundendienst oder im Finanzwesen.

Für die Informationswirtschaft entsteht mit Cognitive Computing voraussichtlich ein lukrativer und expandierender Markt. Eine erste Einschätzung ergibt, dass der Umsatz mit Cognitive Computing weltweit von etwa einer Milliarde Euro (2015) auf über 13 Milliarden Euro (2020) wachsen wird. Cognitive Computing nimmt viele Impulse aus den Techniken von Big Data, des Cloud Computings, der Sensorik und der Industrie 4.0 auf und befruchtet diese wiederum.

Kognitive Systeme unterstützen Unternehmen, ein tiefes Verständnis von Märkten und Kundenbedürfnissen aufzubauen und Daten- und Wissensprodukte anzubieten, die Wettbewerbsvorteile versprechen. Kombiniert mit zügigen Fortschritten im Bereich Industrie 4.0 kann die deutsche Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Volkswirtschaften festigen und ausbauen, die auf kostengünstige Massenproduktion ausgerichtet sind. Für die Entwicklung von Innovationen wirkt Cognitive Computing als ein „Sondenwerkzeug und profundes drittes Auge“. Bei nachhaltiger Verknüpfung bilden kreatives Vorgehen und kognitives Computing ein starkes Paar.

Siehe hierzu:

Net-Book: Kapitel 8.6.6

Kognitive Maschinen – Meilenstein in der Wissensarbeit /Cognitive Computing  (Leitfaden)

Dr. Mathias Weber, Bereichsleiter IT Services, Bitkom e.V. u.a.


 
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