Industrie 4.0: Wenn Roboter Steuern zahlen

von Prof. Sabina Jeschke


Inhalt

Problemstellung

  • Ausgangslage
  • Intelligente Automatisierung
  • Vergangenheit liefert keine Masterpläne

Neujustierung unseres Weltbilds

  • Branchenentwicklungen ähneln sich
  • Lösungsidee von Rieger (FAZ)

Gestaltungspfade und Erkenntnisse

  • Drei Gestaltungspfade
  • Zwei Erkenntnisse

Problemstellung

Wo auch immer über Industrie 4.0 debattiert wird, eine Frage kommt immer auf: Was passiert bei zunehmender Automatisierung mit den Arbeitsplätzen und welche Rolle wird der Mensch in der Wirtschaft der Zukunft spielen? Die Antworten darauf sind in der Regel unbefriedigend. Ein Grund dafür liegt in der eingeschränkten Denkweise, die bei der Suche nach Lösungen für diese völlig veränderten gesellschaftlichen Bedingungen an den Tag gelegt wird.

Ausgangslage

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Wir stehen vor einer völlig neuen Ära der Künstlichen Intelligenz. Angekündigt wird sie durch die zahlreichen bemerkenswerten Durchbrüche der vergangenen zwei Jahre, wie etwa dem IBM-Supercomputer Watson oder dem autonomen Google Car. Eine besondere Rolle nimmt in dieser neuen Ära die Verteilte Künstliche Intelligenz ein. Die Konzepte von Cyber Physical Systems und dem Internet der Dinge "boomen". Im Kern handelt es sich bei ersteren um einen Verbund mehrheitlich technischer Subkomponenten, die über eine internetbasierte Dateninfrastruktur miteinander kommunizieren, bei letzterem um die Ausweitung des "Beteiligungskonzepts" des Internets.

2015: 50 Milliarden Geräte kommunizieren miteinander

Teilnehmer sind nicht mehr ausschließlich Menschen, sondern auch Dinge - wie etwa die Sensorik eines Autos, Klimadatenstationen, Prozessdatenrechner der Produktionstechnik sowie andere informa-tionstragende oder mit ihrer Umwelt unmittelbar interagierende Systeme. Dabei bilden Cyber Physical Systems und das Internet der Dinge zwei Sichten auf dasselbe Phänomen, nämlich, wie es einer der führenden Wissenschaftler von Bosch, Dr. Stefan Ferber, in seiner Keynote 2012 in Wuxi/China zusammenfasste, „… the outlook of connecting 50 billions devices by 2015“. „Connecting them with each other and with 6 billion people“, hätte man noch hinzufügen können.

Intelligente Automatisierung Rolle des Menschen?

Eine zentrale Frage berührt nun die Auswirkungen der rasanten Au-tomatisierung auf die Arbeitsplätze in der Produktion: Wenn immer mehr Aufgaben von Robotern und Algorithmen unschlagbar kostengünstig gelöst werden können, welche Tätigkeiten wird dann der Mensch in der "Fabrik der Zukunft" übernehmen?

 
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